Offen gesprochen – die VTFDS ExpertenTalks
(Text: Tobias Karow; Fotos: Caroline Lucius Fotografie, beauftragt für stiftungsmarktplatz.eu)
Die VTFDS-Offen gesprochen-Talks begannen beim VTFDS26 letztlich bereits beim Welcoming, im Bild zu sehen Lena Lappe von der Bertelsmann Stiftung und Dr Jens Ehrhardt (DJE Kapital AG) bei der offiziellen Eröffnung auf dem Welcome Square.
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Offen gesprochen No. 1 war direkt ein Talk der Erfahrenen, die den richtigen Blick auf die Gemengelage an den Kapitalmärkten haben: Börsen- und Vermögensverwalter-Legende Dr. Jens Ehrhardt (Bildmitte) und Dieter Lehmann von der Volkswagen-Stiftung (rechts im Bild) sprachen mit Moderator Markus Plettendorff über…
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… über Anlegen von Stiftungsvermögen anno 2026 und die Kraft der ruhigen Hand. Wobei ruhige Hand eben nicht gleichbedeutend ist mit Nichts tun. Denn das könne sich beiden Profis zufolge in Zeiten wie diesen kein Stiftungsverantwortlicher leisten. Als Zwischenfazit ließe sich ein „Aussitzen war gestern“ festhalten.
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Wenn Ehrhardt und Lehmann über Asset Allcation sprechen, dann sprechen sie viel über Aktien und Anleihen, also das Besteck, das auch Stiftungen zumeist für sich nutzen. Was die VTFDS Zuschauer mitnahmen: Allokationen ohne Aktien passen nicht mehr in die Zeit, Anleihen brauchen einen Platz im Depot, aber vielleicht einen kleineren, und vermutlich nicht mehr jede Anleihe.
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Mit deutlichen Worten ging es auch in Offen gesprochen No. 2 weiter. Lena Lappe von der Bertelsmann diskutierte im von VTFDS-Initiator moderierten Talk mit Christoph Karl vom Stiftungsmanagement der LMU München (im Bild ganz links) und Arndt Funken, Stiftungsexperte bei der St. Galler Kantonalbank (im Bild rechts sitzend). Ihr Tenor: Asset Allocation anno 2026 heißt zu akzeptieren, dass im Stiftungsvermögen ohne Konzept alles nichts ist.
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Charmant und eloquent führte Lena Lappe, die auch für Ausgabe 1 des Social Profit Kosmonauten interviewt wurde, dass Management von Stiftungsvermögen heute mehr denn je die 4 Ds im Blick haben sollte: Diversifizieren, Delegieren, Dokumentieren, Durchhalten.
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Offen gesprochen wurde auch in Talk No. 3, Moderator Markus Plettendorff hatte Felix Kroschke von der Krosche Kinderstiftung und Frank Wieser vom Haus des Stiftens an seiner Seite. Eine neue Verantwortung für Stiftungen, und damit auch für das Stiftungsvermögen, darüber teilten Sie ihre Ansichten.
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Frank Wieser vom Haus des Stiftens wies darauf hin, das in immer noch etlichen Stiftungen die Notwendigkeit zum „Andersmachen“ nicht vollends gesehen wird, und – so las es das Auditorium – das was sich „draußen“ verändert noch nicht in jedem Stiftungstun abbildet. Das gelte auch für das Vermögensmanagement vieler Stiftungen.
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Felix Kroschke brachte zur Überraschung der Gäste seine Anlagerichtlinie mit, und zitierte aus ihr. Denn Verantwortung, auch eine neue, hänge zur Gänze auch an dem, was einer Stiftung wichtig ist. Viele wüssten das nur nicht, weshalb das plastische Beispiel dankbar aufgegriffen wurde.
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In Offen gesprochen No. 4 nahm Stephan George Platz von der Rheinischen Stiftung Bildung. Er nahm kein Blatt vor den Mund, als er über Aktien-, Anleihen- und Alternatives-Quoten sprach. Aber jede Stiftung müsse sich annähern, die eine Allokation mit perfekten Quoten gebe es eben genau nicht.
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Thorben Pollitaras, Chef von Comgest Deutschland, brach einmal mehr eine Lanze für Aktien, und zwar für Qualitätswachstumsaktien. Können Sie sich vorstellen, dass Amazon-Kunden in 10 Jahren weniger Angebot, höhere Preise und langsamere Lieferzeiten brauchen? Eher Nein, aber genau das mache den Kern von Qualitätswachstumsfirmen aus, dass sie auf das konzentrieren, was der Kunde vor allem will. Für Stiftungen heißt das: Es gibt Aktien, die sehr gut zum Langfrist-Bias einer Stiftung passen.
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Für Stiftungs- und Investment-Experte Loki Zanini müssen sich Stiftungen zudem mit einem für sie passenden Risikokonzept vertraut machen. Was ist Risiko für sie eigentlich? Was halten sie an Rücksetzern aus, und das überhaupt ein Risiko? Stiftungen müssten ihre Zwecktragfähigkeit in den Blickpunkt rücken, und hierbei sei das Kernrisiko, dass eingeplante Erträge nicht mehr wie geplant fließen.
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In Offen gesprochen Nummer 5 musste ein klein wenig improvisiert werden, denn Ulrike Esther Franke konnte krankheitsbedingt nicht vor Ort sein. Thema war dennoch die Abkehr von alten Sicherheiten, oder wie Markus Plettendorff es ausdrückte: Auch Europa müsse verstehen, dass es sich heute mehr denn je in einem Weltordnungswettstreit befindet.
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René Wrenger, Ansprechpartner für Stiftungen beim Beratungshaus Mercer, übersetzte dieses „alte Sicherheiten gelten nicht mehr“ auf das Vermögensmanagement von Stiftungen. Demnach sei die Zeit des geringen Aufwands für hohe Renditen vorbei, aber eben auch die Zeit des Abwartens, es komme also für Stiftungen einiges zusammen – und auf sie zu.
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… Dr. Julia Freudenberg von der Hacker School (Bildmitte) und Ralf Kleber, seines Zeichens Ex-Deutschlandschef von Amazon, einem der Big Techs, von dem jede Stiftung jede Menge lernen könne. Beiden gemein ist eine Mission, Kindern die Lust am Programmieren und an digitalen Werkzeugen näher zu bringen, und damit Kinder und Jugendliche schichtenübergreifend für die digitale Welt zu enablen.
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Ralf Kleber brachte in die Runde der Esse einige Insights mit, was Big Tech eben besser macht als das klassische Industrieunternehmen, vor allem sei es die große Idee, die aus den Aktivitäten herauslesbar sei. Auch die Hacker School verfolge eine solche große Idee, und Stiftungen könnten das auch, natürlich war damit der Boden für Diskussionen im Anschluss daran bereitet.
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Es war eine dieser Sessions, die enormes Momentum entwickelten, eben kein klassischer Talk im Kino-bestuhlten Raum, sondern auf „the opposite of“ schicken Gartenstühlen, bei dem auch noch ein richtig heftiger Regenschauer vorbeischaute. Kurzerhand ging der Talk unterm Zelt weiter.
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Unser DANK gilt Dr. Julia Freudenberg (links im Bild) und Ralf Kleber (rechts im Bild, mittig VTFDS Initiator Tobias Karow), die uns eine ordentliche Portion Inspiration mitgebracht haben, wo Stiftungen besser werden können/müssen, und wie wichtig eine große Idee ist, die letztlich auch jede Stiftung braucht. Es war toll, dass Ihr an Bord wart, Julia, Ralf, DANKE EUCH!
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Offen gesprochen, die VTFDS ExpertenTalks, setzen sich an Tag fort, zum Moderatoren-Team stieß noch Katrin Tönshoff, die VTFDS-Zuschauern seit 2021 bestens vertraut sein dürfte. Zunächst begrüßte aber Markus Plettendorff in der ersten Runde Dr. Katja Bär (Hans und Ilse Breuer-Stiftung, ganz links), Rainer Königs (Deutsche Bundesstiftung Umwelt, 2.v.l.) und Anna Sophie Blistein von BONVNTURE (4.v.l.). Sie sprachen über neue Möglichkeitenräume für deutsche Stiftungsvermögen.
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Anna Sophie Blistein, Partnerin bei BONVENTURE, brachte in die Diskussion die Frage ein, ob Impact Venture Capital nicht längst auch in Stiftungsgremien diskutiert werden müsste. Denn Stiftungen seien prädestiniert, hier als Langfristinvestor in Erscheinung zu treten.
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Für Dr. Katja Bär und Rainer Königs steckt in den neuen Möglichkeiten erst einmal das Ausnutzen gegebener Möglichkeiten. Dort wo Aktien und Anleihen bisher nicht professionell gemanagt würden, gelte es zuerst anzusetzen. Rainer Königs gab hier Einblicke in das Doing der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, wir lernen: Breit streuen ist ein Konzept, aber es ist auch ein Weg.
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Modernes Management von Stiftungen und damit auch von Stiftungskapitalien ist seit jeher ein Anliegen von Dr. Katja Bär. Sie eine Stiftungsmanagerin moderner Prägung, ihr Anliegen ist: Macht Euch gewahr, dass Anlagekonzept, Anlagerichtlinie und Anlagebeirat Werkzeuge sind, die jede Stiftung kennen und bestmöglich einsetzen sollte. Recht hat sie.
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The Battle of the Volkswirte hieß es ab 10 Uhr in der VTFDS Lounge, und Dr. Harald Preissler von Bantleon und Gerit Heinz von der St. Galler Kantonalbank hielten Wort. Ihr Thema war, die Kapitalmärkte und das Umfeld irgendwie zu greifen. Denn natürlich sei der Zahlenmix komplex, aber irgendwie erzähle er dann doch eine klare Geschichte.
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Denn natürlich müsse man bestimmte Veränderungen der Parameter akzeptieren, geopolitisch, politisch, gesellschaftlich, aber das Umfeld sei trotzdem Eines, in dem sich investieren ließe, und in dem sich Stiftungsvermögen gut strukturieren ließe. Hieß übersetzt: Stiftungen, raus aus den Silos.
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Bei Katrin Tönshoff hatten dann zu Offen gesprochen No. 9 drei weitere Stiftungsvermögenscracks Platz genommen: Andreas Weigl von FAROS Fiduciary Management (ganz links sitzend), Marc Möhrle von LAIQUON (2.v.l.) und Michael Görner von der Malteser-Stiftung (im Bild ganz rechts sitzend)l Alle drei einte der Gedanke: Bei allem was sich verändert, so muss das Anlagekonzept einer Stiftung darauf einzahlen, die Ertragsströme zu konservieren.
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Andreas Weigl von FAROS Fiduciary Management sprang für das Thema Outsourced CIO (OCIO) in die Bresche. Stiftungen brauchen entscheidungsfähige Strukturen, gerade die mittelgroßen Stiftungen, die von sehr viele Seiten herausgefordert sind. Was kann ein OCIO leisten? Stiftungsvermögen professionell organisieren, managen, reporten. Das Thema wird uns begleiten.
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Marc Möhrle von LAIQUON wies darauf hin, dass Asset Management im Stiftungsvermögen künftig viel klarer den Blick daraus haben müsse, wie es um die Ertragsströme bestellt sei und ob die ursprüngliche konzeptionelle Idee noch greifen würde. Wir hörten heraus: Der ordentliche Kaufmann, er wird Dauergast in den Gremiensitzungen werden.
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Das Beste zum Schluss, oder wie heißt es so schön? Zum großen AbschlussTalk begrüßte Moderatorin Katrin Tönshoff noch die beiden Macher des Arbeitskreises Stiftungsvermögen und Immobilien beim Bundesverband Deutscher Stiftungen. Offen gesprochen No. 10 fügte die Fäden rund um zeitloses und zeitgemäßes Management von Stiftungsvermögen noch einmal zusammen.
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Trutz Rendtorff sprach entsprechend Klartext: Wir möchten den institutionellen Werkzeugkasten mehr Stiftungen als bisher zugänglich machen, möchten Stiftungen helfen, Zugang zu diesem Knowhow zu finden. Ihm war anzumerken, dass ihm das Anliegen sehr am Herzen liegt, „wir haben kein Prozent zu verschenken“. Dem ist nichts hinzuzufügen.
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Dr. Stefan Fritz von der Carl Friedrich von Siemens Stiftung unterstrich die Wichtigkeit, dass nicht nur wenige sondern die breite Masse von Stiftungen professioneller im Stiftungsvermögen agiert. Seine Worte lasen sich so, dass Stiftungsvermögen natürlich Pflicht ist, aber es darf auch Freude bereiten, an die Ausgabenmöglichkeiten der Stiftung auf der Einnahmeseite zu arbeiten. Und eine Frage schwang mit: Ist es aufwandsseitig nicht günstiger, zunächst die vorhandene Vermögensmasse rentierlicher „zu machen“, um hernach ins Fundraising zu investieren? Eine Frage, die uns weiter umtreiben wird.
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Offen gesprochen wurde jede Menge, 10 Talks, 25 Protagonisten, zwei Moderatoren (DICKES DANKESCHÖN an Katrin Tönshoff und Markus Plettendorff) – alle hatten sich hernach eine Stärkung, auch der süßen Art verdient. Es lagen zum Glück ausreichend süße Teilchen bereit. Auf die VTFDS27 Offen gesprochen-Talks…
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