Das allerletzte Wort zum Management von Stiftungsvermögen mit Blick auf 2040 – jetzt spricht der Arbeitskreis Stiftungsvermögen

VTFDS26 Expertengespräch mit Dr. Stefan Fritz (Carl Friedrich von Siemens Stiftung) und Trutz Rendtorff (Karg-Stiftung).

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VTFDS26 +++  28 Minuten +++ ausgestrahlt am 16.6.2026

Management von Stiftungsvermögen ist in den aktuellen Zeiten, in denen Erratizismus und Unberechenbarkeit die Parameter für die Gemengelage zu sein scheinen, keine einfache Aufgabe. Vielleicht sind diese Zeiten sogar die anspruchsvollsten, die Stiftungsmanager jemals bewältigen mussten. Andererseits galt dies auch schon in früheren Zeiten, denn Stiftungsvermögen war praktisch niemals mit feststehenden Umfeldfaktoren konfrontiert. Eher im Gegenteil. Dr. Stefan Fritz von der Carl Friedrich von Siemens Stiftung und Trutz Rendtorff von der Karg-Stiftung brachten im Expertengespräch ihre Sicht auf die Dinge in den OpeningTalk mit.

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Dr. Stefan Fritz: Professionelle Governance als Fundament für 2040

Dr. Stefan Fritz hebt hervor, dass die größte Baustelle oft im Verborgenen liegt: in den internen Entscheidungsprozessen und Governance-Strukturen der Stiftungen. Für externe Anbieter sei häufig völlig intransparent, wie, warum und von wem Anlageentscheidungen getroffen werden. Eine mangelhafte Struktur führt zu unklaren Verantwortlichkeiten. Die Stiftungsrechtsreform von 2023 hat hier zwar klarere Rahmenbedingungen geschaffen, doch viele Stiftungen müssen ihre Hausaufgaben bei den internen Prozessen erst noch machen. Da Anlageentscheidungen von heute die Handlungsfähigkeit im Jahr 2040 massiv beeinflussen, ist der Aufbau von In-House-Kompetenz oder das gezielte Zukaufen von Expertise ein kritischer Erfolgsfaktor. Nur wer seine Organe vollumfänglich einbindet und informiert hält, sichert das Vermögen langfristig.

Trutz Rendtorff: Der Zweck bestimmt die Asset Allocation – nicht die Befindlichkeit

Aus der Sicht von Trutz Rendtorff krankt der Sektor an einer weit verbreiteten Verantwortungsdiffusion. Vermögensanlage dürfe niemals persönlichen Vorlieben oder der Bequemlichkeit folgen – das klassische „60/40-Portfolio“, für das historisch noch kein Berater geflogen ist, sei für steuerbefreite, ewigkeitsorientierte Anleger oft schlicht das falsche Produkt. Gute Anlage beginnt beim Stiftungszweck: Welche Mittel müssen wann fließen? Daraus leitet sich die Asset-Allokation ab. Rendtorff sieht den größten Hebel des gemeinnützigen Sektors darin, professioneller zu wirtschaften und mehr Geld zu verdienen. Das größte Risiko für eine Ewigkeitsstiftung ist dabei nicht die kurzfristige Volatilität, sondern die Inflation, die das Grundstockvermögen schleichend entwertet. Er fordert daher radikal mehr Fachkompetenz und Stressresistenz in den Kontrollgremien sowie sauber strukturierte Nachfolgeprozesse statt reiner Vetternwirtschaft.

Impulsgeber für die Zukunft: Der neu ausgerichtete Arbeitskreis

Als Leiter des Arbeitskreises „Stiftungsvermögen und Immobilien“ im Bundesverband Deutscher Stiftungen planen Fritz und Rendtorff einen strategischen Kurswechsel. Der Arbeitskreis soll weg vom bloßen „Tippgeber“ für Einzelaktien und hin zu einem echten Gestalter professioneller Anlageprozesse werden – und zwar für große wie für kleine Stiftungen gleichermaßen. Als erster Meilenstein ist eine umfassende empirische Datenerhebung (ZDF – Zahlen, Daten, Fakten) geplant, um dem Markt transparente Benchmarks zu liefern. Neben den klassischen Formaten auf dem Deutschen Stiftungstag soll der Arbeitskreis praxisnahe Handreichungen und Leitfäden zu Zukunftsthemen wie Impact Investing, Immobilien und Schnittstellen zum Gemeinnützigkeitsrecht erarbeiten. Der Fokus liegt auf Kollaboration: Der Sektor soll seine Kräfte bündeln, um die Ertragsseite und damit die Zweckverwirklichung nachhaltig zu stärken.

Protagonisten

Dr. Stefan Fritz, kaufmännischer Vorstand der Carl Friedrich von Siemens Stiftung
Trutz Rendtorff, Vorstand Vermögen der Karg-Stiftung
Katrin Tönshoff, Moderation
Tobias Karow, stiftungsmarktplatz.eu (Veranstalter & Ausblick)

Stab
Kamera: Florian Manhardt
Ton: „Future Fabrik“
Bühnen-Setting: Mark Burnett
Post Produktion: Andreas Wagner
Stream Koordination: Daniel Heinrich
Screen Design: Susanne Liebenow
Produzent: Tobias Karow

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